iBusiness / HighText Verlag
Executive Summary 14/2002


Barrierefreies Internet:
Großer Handlungsbedarf für Multimedia-Agenturen

Nach dem neuen Behindertengleichstellungsgesetz müssen die Websites öffentlicher Einrichtungen für alle frei zugänglich sein. Auch gewerblichen Anbietern sollten Multimedia-Agenturen einen barrierefreien Webauftritt ans Herz legen.


Die Zielgruppe ist gar nicht so klein: Jeder fünfte deutsche Surfer hat Schwierigkeiten im Web aufgrund von körperlichen Einschränkungen. Davon geht der Verein für Behinderte in Gesellschaft und Beruf (BiGuB e.V.) aus. Manche sehen schlecht oder sind blind. Andere haben Probleme mit der Feinmotorik, was besonders bei der Maushandhabung von Nachteil ist. Wieder andere können sich nur schwer konzentrieren und haben daher Schwierigkeiten mit dem Verständnis komplizierter Texte.

[...] Aber die Designer und Programmierer vieler Multimedia-Agenturen schlagen ihren Kunden gar keine barrierefreie Seite vor. Der Grund: Meist hapert es auch bei Ihnen am Grundwissen, wie eine barrierefreie Seite aufzubauen ist. Oder aber die Agenturen scheuen die Mühe, sich damit ernsthaft zu beschäftigen.

[...] Zu denen, die nicht umdenken müssen, gehört die Frankfurter Kommunikationsdesign Agentur Xplicit. Alexander Endl, Projektleiter Digital Media, nahm im Mai 2002 an einem Kongress zum Thema »Barrierefreiheit im Internet« teil. »Ein großes Ziel von Kommunikationsdesign ist ja gerade, den Zugang zu Informationen zu gewährleisten - unabhängig von Bildung oder persönlichen Fähigkeiten«, sagt Endl. Der Kongress habe sich als willkommene Gelegenheit angeboten, von Menschen mit Behinderungen zu lernen. »Besonders die Praxisbeispiele zeigten eindrucksvoll, woran es bisweilen mangelt. Und dass es dabei oft an Kleinigkeiten scheitert, die kein großes Budget erfordern, sondern Know-how und Problembewußtsein an der richtigen Stelle.«

Bereits Ende 2001 hatte Xplicit für den Rhein-Main-Verkehrsverbund eine barrierefreie Website realisiert. Fehlende Erfahrung machte Xplicit wett, indem sie sich mit Behindertenverbänden austauschten. »Da konnten wir viele Anregungen und Wünsche auch umsetzen«, resümiert Endl. Dazu gehörte beispielsweise, dass Xplicit auf die Verwendung von grellen Farben und einen starken Kontrast zwischen Schriftfarbe und Hintergrund achtete. Und auch, dass Nutzer die Schriftgröße über ihren Browser verändern können. Einige Webseiten unterdrücken solch eine Funktionalität.

[...]

Ein Artikel von Nicole Comtesse,
Mitglied im iBusiness-Redaktionsteam
Das Executive Summary steht unter http://www.ibusiness.de/ibex/ exklusiv allen iBusiness Premium-Mitgliedern zur Verfügung

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