Barrierefreies Internet:
Großer Handlungsbedarf für Multimedia-Agenturen
Nach dem neuen Behindertengleichstellungsgesetz müssen die Websites
öffentlicher Einrichtungen für alle frei zugänglich sein.
Auch gewerblichen Anbietern sollten Multimedia-Agenturen einen barrierefreien
Webauftritt ans Herz legen.
Die Zielgruppe ist gar nicht so klein: Jeder fünfte deutsche Surfer
hat Schwierigkeiten im Web aufgrund von körperlichen Einschränkungen.
Davon geht der Verein für Behinderte in Gesellschaft und Beruf
(BiGuB e.V.) aus. Manche sehen schlecht oder sind blind. Andere haben
Probleme mit der Feinmotorik, was besonders bei der Maushandhabung von
Nachteil ist. Wieder andere können sich nur schwer konzentrieren
und haben daher Schwierigkeiten mit dem Verständnis komplizierter
Texte.
[...] Aber die Designer und Programmierer vieler Multimedia-Agenturen
schlagen ihren Kunden gar keine barrierefreie Seite vor. Der Grund:
Meist hapert es auch bei Ihnen am Grundwissen, wie eine barrierefreie
Seite aufzubauen ist. Oder aber die Agenturen scheuen die Mühe,
sich damit ernsthaft zu beschäftigen.
[...] Zu denen, die nicht umdenken müssen, gehört die Frankfurter
Kommunikationsdesign Agentur Xplicit. Alexander
Endl, Projektleiter Digital Media, nahm im Mai 2002 an einem Kongress
zum Thema »Barrierefreiheit
im Internet« teil. »Ein großes Ziel von Kommunikationsdesign
ist ja gerade, den Zugang zu Informationen zu gewährleisten - unabhängig
von Bildung oder persönlichen Fähigkeiten«, sagt Endl.
Der Kongress habe sich als willkommene Gelegenheit angeboten, von Menschen
mit Behinderungen zu lernen. »Besonders die Praxisbeispiele zeigten
eindrucksvoll, woran es bisweilen mangelt. Und dass es dabei oft an
Kleinigkeiten scheitert, die kein großes Budget erfordern, sondern
Know-how und Problembewußtsein an der richtigen Stelle.«
Bereits Ende 2001 hatte Xplicit für den Rhein-Main-Verkehrsverbund
eine barrierefreie Website realisiert. Fehlende Erfahrung machte Xplicit
wett, indem sie sich mit Behindertenverbänden austauschten. »Da
konnten wir viele Anregungen und Wünsche auch umsetzen«,
resümiert Endl. Dazu gehörte beispielsweise, dass Xplicit
auf die Verwendung von grellen Farben und einen starken Kontrast zwischen
Schriftfarbe und Hintergrund achtete. Und auch, dass Nutzer die Schriftgröße
über ihren Browser verändern können. Einige Webseiten
unterdrücken solch eine Funktionalität.
[...]
Ein Artikel von Nicole Comtesse,
Mitglied im iBusiness-Redaktionsteam
Das Executive Summary steht unter
http://www.ibusiness.de/ibex/ exklusiv allen iBusiness Premium-Mitgliedern
zur Verfügung
« Ende Artikelauszug «